Die Hintergrundmusik unseres Lebens

Bülent Ortaçgil ve Erkan Oğur
Bülent Ortaçgil ve Erkan Oğur - 2006

Wer kam und wer zog vorüber

In den 60er und 70er Jahren benutzte man nicht den Begriff "Popmusik" sondern "Arrangement". Die ursprünglich englisch-, italienisch-, französisch- oder spanisch-sprachigen Lieder, welche dieser Zeit den Stempel aufprägten, wurden in der Regel in türkischer Sprache neu vertont. Auch wenn man dies heute anders sieht, dennoch hat diese Strömung, welche insbesondere durch den Einsatz von Fecri Ebcioğlu eingeleitet wurde, einen festen Platz in unserem Gedächtnis eingenommen.

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Spielst Du mit mir?

Wenn man zu Beginn der 70er Jahre von "seichter türkischer Musik“ sprach, fielen einem sofort entweder "Arrangement" oder "Anatolischer Pop" ein. Mit dem im Jahr 1974 von Bülent Ortaçgil herausgegebenen Album “Spielst du mit mir” tauchte ein neues Genre auf: “städtische Liedermacher” oder “städtische Volkslieddichter”. Ortaçgil, der von "Sängern und Songschreibern" wie Bob Dylan und Leonard Cohen beeinflusst wurde, hat nach Ansicht von Ali Kocatepe mit der Platte “Spielst du mit mir?” eines der herausragendsten "Konzept"-Alben der Türkei herausgebracht.

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Der schwarze Zug

Für den Menschen aus Anatolien ist der "Schwarze Zug" Symbol für Femde, Fernsein und Migration. Der "Schwarze Zug” ist gleichzeitig ein langes Sivas uzun havasıdır; es erzählt von einem kleinen Bahnhof namens Cürek entlang der Eisenbahnlinie İstanbul-Kars. Der “Schwarze Zug” ist eines der Stücke, das Sabahat Akkiraz an die Spitze seines Ruhmes brachte. Die offiziellen Verkaufszahlen des 1984 herausgegebenen Albums "Unterhaltung für den Menschen" überschritten sogar die 2 Millionen Marke! 

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Vielleicht einmal im Leben

In diesem Dokumentarfilm erfahren wir von dem Liederschreiber Mehmet Soyarslan, dass das mit Cem Karaca identifizierte und mit neuen Versionen in der Musikwelt stets weiter lebende Stück “Die Tränen auf dem Bild” eher ein Zufallsprodukt der Backgroundsänger ist. Die “Heeeyyy paaa” Refrains wurden von den deutschen Musikern übernommen, noch bevor Karaca ve Apaşlar 1967 zur Studioaufzeichnung ihres Songs nach Deutschland reisten.

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Ich stecke in Schwierigkeiten

In “Ich stecke in Schwierigkeiten” kommen die Lieder von Künstlern zur Sprache, die aufgrund von diversen Zensurmethoden jahrzehntelang vom Radio und Fernsehen fern gehalten wurden, deren Interpreten Gefängnisstrafen absitzen mussten oder ins Exil gingen. Lieder, die dennoch von uns allen gesungen wurden. Der Song "Ich stecke in Schwierigkeiten", der 1990 von Ahmet Kaya aufgezeichnet wurde, ist wie eine Metapher für Ruhi Su, der sein Leben lang in Schwierigkeiten steckte, oder für Zülfü Livaneli, der Stimme des Protestes aus den 70er und 80er Jahren und für die Band Yorum, die heute noch den Verboten und Festnahmen wegen ihrer Musik standhaft weiterspielt. Der Film gibt die reale - auch psychische - Verfasstheit oppositioneller Musik und Bands wieder.

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