Zuflucht am Bosporus

Zuflucht Am Bosporus - FLV

Ein Ausschnitt aus dem Film

Synopsis

Der Film "Zuflucht am Bosporus" erzählt das Leben von zwei in Istanbul lebenden deutschen Flüchtlingskindern in der Nazizeit, einen bisher wenig bekannten Teil der Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen.

Seit Herbst 1933 flieht eine beträchtliche Anzahl an deutschen und jüdischen Professoren, Wissenschaftlern und Künstlern mit ihren Familien nach Istanbul und Ankara. Zur Vervollständigung ihrer Revolution benötigten die Kemalisten intellektuelle Schaffenskraft. Die vor der Verfolgung der Nazis fliehenden Akademiker wiederum benötigten einen Zufluchtsort. So entstand eine "Liebe auf den ersten Blick". Mehr als 800 deutsche Flüchtlinge haben die Kriegsjahre in der Türkei verbracht. Darunter waren Komponisten wie Paul Hindemith oder der Stadtplaner Ernst Reuter (der erste Bürgermeister von West-Berlin). Die Lebensweise der deutschen Flüchtlinge in der Türkei unterschied sich von den Schicksalsgenossen in anderen Ländern wie Frankreich, Portugal, Grossbritannien, Mexiko oder den USA: ihnen wurden Privilegien eingeräumt, welche die Einheimischen nicht hatten. Sie verdienten gut und waren geachtet. Außerdem spielten sie eine wichtige Rolle beim Aufbau eines modernen Erziehungswesens in der Türkei, hier insbesondere in den Gebieten wie Medizin, Rechtswesen, Architektur und Kunst. 

Auch wenn "Zuflucht am Bosporos" ein historisches Thema zum Ausgangspunkt hat, so hat der Film doch eine aus gegenwärtiger Perspektive gewählte Erzählweise gewählt. Die 75-jährige Adelheid Scholz und der 73-jährige Cornelius Bischoff, die sich in ihrer Persönlichkeit sehr unterscheiden, sind unter eben diesen Bedingungen in Istanbul groß geworden und auch Jahre später noch von den Spuren der damaligen Lebensumstände in der Türkei geprägt. Adelheid Scholz erzählt von den Bemühungen der damaligen Zeit, sich rasch zu europäisieren, von der durch Atatürk eingeführten Schulpflicht, von den Bemühungen, den Erwachsenen das lateinische Alphabet beizubringen und von dem Kopftuchverbot. Der jüdische Cornelius Bischoss hingegen, der die Romane von Yaşar Kemal ins Deutsche übersetzte, bringt seine Eindrücke aus der Kriegszeit folgendermaßen zum Ausdruck: "Die Welt steht in Flammen. Während überall auf der Welt Menschen starben, haben wir uns am Bosporus vergnügt."

"Zuflucht am Bosporus" in der Presse

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